Qualitätsmaßstäbe AKJBS




Qualitätsmaßstäbe des Arbeitskreises der Jugendbildungsstätten im Land Brandenburg


Diesem Arbeitskreis gehören an:
     - Bildungs- und Begegnungszentrum Schloß Trebnitz
     - DGB - Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin
     - Evangelische Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch
     - Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
     - Jugendbildungszentrum Blossin
     - Katholische Jugendbildungsstätte Don-Bosco-Haus Neuhausen

Aufgaben der Jugendbildungsstätten

Die Jugendbildungsstätten

- unterstützen als eigenständiger Lernort mit vielfältigen methodischen und didaktischen Ansätzen soziales und gesellschaftspolitisches Lernen und knüpfen dabei an die Lebenswelten junger Menschen an. Die Heterogenität der Zielgruppen erfordert spezifische Zugänge. Dies schließt ein, jungenMenschen entsprechende Angebote zu unterbreiten, die im formalen Bildungssystem benachteiligt werden oder sich in anderen schwierigen Lebenslagen befinden;

- wirken als professionelle Einrichtungen der landesweiten außerschulischen Jugendbildung mit eigenem inhaltlichen Profil und entsprechender personeller und infrastruktureller Ausstattung im Rahmen der Jugendhilfe. Sie bieten darüber hinaus anderen Trägern der Jugendhilfe und Schulen Möglichkeiten zur Kooperation und zur Durchführung von Maßnahmen;

- sind vor allem Begegnungs-, Bildungs- und Erfahrungsorte, die jungen Menschen Raum geben für Orientierungssuche, Selbstfindung, Horizonterweiterung und Sensibilisierung;

- erreichen auch junge Menschen, die nicht von einer kontinuierlichen Mitarbeit in Jugendverbänden und Initiativen angesprochen werden. Primär liegt hierbei der Schwerpunkt auf kurzzeitpädagogischen Angeboten;

- entwickeln Angebote zur Fort- und Weiterbildung für Multiplikator/innen der Jugendhilfe und bieten in besonderer Weise ein Forum zur fachlichen Auseinandersetzung;

- sind in das lokale Umfeld eingebunden und leisten einen Beitrag im Rahmen der Bildungsarbeit einer Region. Jugendbildungsstätten haben eine Bedeutung für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region;

- haben eine eigenen Bildungsauftrag und unterscheiden sich durch die Besonderheiten ihrer didaktischen Zugänge von schulischen Einrichtungen (nicht-formale Bildung).

- berücksichtigen pädagogische Querschnittsaufgaben wie z.B. gesellschaftliche Partizipation, Interkulturalität und Gender Mainstreaming.



Qualitative Grundsätze (Gelungenes Lernen)
In einer Brandenburger Jugendbildungsstätte findet gelungenes Lernen statt, wenn jugendliche Mädchen und Jungen und erwachsene Frauen und Männer einen Ort erfahren haben, der ihnen bestmögliche Bedingungen bietet, sowohl, was die Inhalte und deren Vermittlung, als auch den äußeren Rahmen anbelangt. Lernen geschieht für uns im gleichberechtigten Dialog, der auch informelle und soziale Aspekte enthält. Indem Teilnehmer/innen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, vergrößern sich ihre Handlungsspielräume, so dass sie persönliche, gesellschaftliche und berufliche Anforderungen besser bewältigen können.

Lernen im Dialog
Jugendbildungsstätten stellen Teilnehmer/innen ein Lern- und Erfahrungsfeld zur Verfügung, in dem Erwachsene und Jugendliche miteinander und auch Jugendliche untereinander in einen intensiven Kontakt gehen. Die Erwachsenen sehen sich als Partner und Berater auf Augenhöhe, achten und respektieren die Jugendlichen in ihrer Einzigartigkeit. Sie sind greifbar, um sich ihnen anzuvertrauen und um unterschiedliche Standpunkte und Werte auszutauschen. Entstehende Konflikte werden als Chance für Lernen und Entwicklung gesehen und als produktiver Faktor genutzt. Entwicklung von Kritikfähigkeit und die Auseinandersetzung mit Widersprüchen sind ein wesentlicher Aspekt des gemeinsamen Lernens.

Vertrauensvolles Miteinander
Das Lernen findet in einem geschützten Raum statt, das gerade deswegen experimentier­freudig und zugewandt, spannend und vielfältig ist und Voraussetzung bietet für einen offenen Umgang miteinander. Es schafft den Rahmen für eine vertrauensvolle Arbeit in heterogen und homogen zusammengesetzten Gruppen, in denen mit allen Sinnen, insbesondere auch mit der Ebene der Gefühle gearbeitet wird. In Jugendbildungsstätten können sich die Jugendlichen auf klare, miteinander vereinbarte und verbindliche Regeln für den Umgang miteinander verlassen.

Jugendliche im Mittelpunkt

In den Lernprozessen stehen die Erfahrungen der Jugendlichen und ihre Wahrnehmung von Wirklichkeit im Vordergrund. An ihren Erfahrungen wird angeknüpft und er orientiert sich an ihren Fähigkeiten und Wünschen mit dem Ziel, den Einzelnen sichtbar werden zu lassen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und das Erlernte in Alltagshandeln umzusetzen. Das gemeinsame Arbeiten ist partizipativ gestaltet. Die Bildungsprozesse orientieren sich an den Prinzipien des selbstorganisierten Lernens, in denen sie auch Verantwortung für den Ablauf der Veranstaltungen übernehmen können und selbst Vermittler von Erfahrungen werden. Das Lernen soll demokratische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse erfahrbar machen. Die Inhalte werden auf den Bedarf der jeweiligen Gruppe hin angepasst und entsprechend verändert. Besonderer Wert wird auf Lernerfahrungen in geschlechtshomogenen Gruppen gelegt, die die Bedeutung des jeweiligen Geschlechts bei der Entwicklung von Handlungsoptionen und
-strategien reflektieren.

Prozessorientiertes Lernen
In den Seminaren der Jugendbildungsstätten können Jugendliche lernen, Grenzen in ihrem Verhalten zu erweitern, ihre persönlichen Fragen zu klären und Visionen für den eigenen Lebensweg zu entwickeln. Kennzeichnend für unsere prozessorientierten Lernprozesse sind unter anderem sichtbare Produkte, die sich die Teilnehmer/innen untereinander präsentieren. Des Weiteren gehen diese Ergebnisse auch in den öffentlichen Raum und bilden damit eine Erweiterung der Handlungskompetenzen der teilnehmenden Jugendlichen.

Kompetente Dozent/innen
Die Dozent/innen in unseren Häusern sind fachlich, methodisch und didaktisch kompetent und in der Lage, mit hoher Authentizität mit Jugendlichen zu arbeiten. Hierzu arbeiten sie in Teams und reflektieren ihre Tätigkeit. Es ist ihr Ziel im nahen Kontakt mit den Jugendlichen, diesen persönliche und fachliche Entwicklungsschritte zu ermöglichen. Dieses geschieht in einem Klima der gegenseitigen Wertschätzung gegenüber dem Jugendlichen.